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Teil 6 Geiz ist geil

14 Dezember 2009 550 mal gelesen. Eine Lesermeinung

Was ist eigentlich mit den Dagobert Ducks unter den Datern? Tja, sie sind die Supermarkt-Hansis. Die sich wie kleine, süße Wellensittiche aufplustern („Hey, Schatzi, zieh die Manolos an, wirf dich in Schale! Ich lade uns gepflegt zum Dinner ein!“). Um dann – peng! – in sich zusammenzufallen. Nach meiner Erfahrung mit einem Kino Desaster, dachte ich schlimmer geht nimmer: „Bitteschön, welche Plätze möchten Sie denn gerne?“  „Billige!“ Tja, es gibt nichts Romantischeres für eine Frau, als auf den billigsten Kinoplätzen zu sitzen und das Rascheln der No-Name-Billiggummibärchentüte, die er extra vor dem Kino noch (für sich) im Discounter besorgt hat zu hören – dachte ich…

Denn, mein schlimmster Fall enttarnte sich gleich beim ersten Date mit einem anderen erbsenzählenden Dagobert. Er hatte eine sexy Telefonstimme wie Mickey Rourke  und fuhr mit dem Taxi vor (obwohl er sonst den Bus nahm, wie sich herausstellte, wegen der Einsparungen). Im Taxi stießen meine seidenbestrumpften Knie an eine – sagen wir mal – Polyester-Hose in den Modefarben Schlamm, Asche und Morast. Er duftete nach Eau de Kernseife, schlenkerte aber mit einer sündhaft teuren Schweizer Uhr. Die Fahrt bezahlte natürlich ich („Hast Du fix mal 14 Euro, Süße? Meine Hunderter kann der nicht wechseln!“). Aber wenigstens standen wir vor dem teuersten Laden am Platz und er steuerte mit mir auf die Bar zu. Worauf Dagobert Duck „Zwo kleine Pils.“ orderte und begann, mir von seinem letzten Clou in der internationalen Immobilien-Wirtschaft zu berichten. Dreimal dürft Ihr raten, wie lange wir uns an den kleinen Bieren festhielten – und wer die Rechnung beglich? Nicht das Berliner Spar-Modell Dagobert. Grund: Er stand „total auf Emanzipation“. Und drohte ein selbstbezahltes (von mir?) Liebes-Weekend in Bad Homburg an. Mädels, gebt diese Lehre an Eure Töchter weiter und Eure Nachbarin, Bäckereifachverkäuferin – an alle: Dagoberts neigen nicht zum Austausch von Zärtlichkeiten, weil sie so damit beschäftigt sind, ihre gehorteten Euros zu streicheln. Großzügigkeit ist ihnen ebenso verständlich, wie uns Chinesisch. Denn die ganz große Liebe wollen sie zwar – aber bitte zum Schnäppchenpreis.

Für alle Dagoberts dieser Welt: „Geiz ist geil“. Ja klar, doch leider nur im Fernsehen…

Eine Lesermeinung »

  • Gernstone meint:

    Wie immer köstlich! Ich lese deinen Blog wirklich gerne – der ist nicht nur herrlich amüsant, sondern man erlebt ja hier seine persönlichen Deja Vu`s!

    Auch mir ist schon der eine oder andere Dagobert begegnet. Jaja, die sind immer so für Emanzipation. :-) ))

    Mach weiter so, bitte!

    Lieben Gruß,

    Gernstone

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